Es war ein Moment des Innehaltens, der tiefen Verbundenheit und des gemeinsamen Gedenkens. Genau fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr kamen vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenheims St. Maria-Josef Ahrweiler, die Mitglieder des Förderkreis St. Maria-Josef e.V. sowie weitere Wegbegleiter an diesem Nachmittag in der Kapelle des Seniorenheims Marienburg zu einem besonderen Gedenkgottesdienst zusammen. Unter dem bewegenden Leitgedanken „Erinnern. Bewahren. Weitergehen.“ bot die Andacht im sanften Licht des Nachmittags Raum für Trauer, aber auch für die leisen Töne der Hoffnung und des gemeinsamen Aufbruchs.
Geleitet wurde dieser besondere Gottesdienst von Prof. Dr. Lörsch, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Hildegard-Stiftung. Mit spürbarer Hingabe und Fingerspitzengefühl schuf er eine Atmosphäre, in der sich die Anwesenden geborgen und verstanden fühlen durften. Musikalisch begleitet wurde er von Gerhard Augustin (Schriftführer im Förderverein St. Maria-Josef e. V.) am Keyboard.
Fünf Jahre sind vergangen, und doch fühlten viele an diesem Nachmittag die Erinnerung ganz nah. Der erste Teil des Gottesdienstes widmete sich dem Gedenken an die Schicksalsnacht und die Menschen, die damals ihr Leben verloren haben. Besonders gedacht wurde auch dem Seniorenheim St. Maria-Josef in Ahrweiler, das schwer von der Flut getroffen wurde. Dieses bewusste Miteinander-Erinnern machte spürbar, wie tief die gemeinsame Geschichte und das geteilte Schicksal die Einrichtungen und die Menschen miteinander verbinden. Unter dem Gedanken des Bewahrens lenkte der Gottesdienst den Blick auf das, was in der Dunkelheit der Katastrophe und in den Jahren des Wiederaufbaus gewachsen ist: der unbändige Zusammenhalt, die grenzenlose ‘SolidAHRität’ und die tiefe Verbundenheit der Menschen untereinander. Der abschließende Teil des Gottesdienstes richtete den Blick nach vorne: auf das Weitergehen. Nach fünf Jahren des Aufräumens, Planens und weiteren Wiederaufbaus ging es hierbei um ein behutsames Aufbrechen mit neuem Mut. Es war ein Nachmittag, der gezeigt hat, dass aus gemeinsamen Gedanken neue Kraft wachsen kann.

